Warum die „Fridaysfor Future“-Bewegung diesmalsamstags streikt und was das neue Kohleausstiegsgesetz damit zu tun hat. 

Im Überblick:

  • Ab 14:00 Uhr wird heute gegen den Braunkohleabbau demonstriert. Grund ist hauptsächlich das neue Gesetz der Bundesregierung, welches die Menge der geförderten Kohle nicht limitiert, sondern nur ein Enddatum festlegt.
  • Fridays for Future an einem Samstag? Laut Verantwortlichen diene es zur klaren Unterscheidung der Thematik. Freitag sei für globale Themen, diesen Samstag gehe es vielmehr um ein nationales Thema.
  • Neben Köln wird noch in 20 anderen Städten demonstriert. Eine vereinte Großdemonstration soll nächste Woche direkt am Tagebau Garzweiler stattfinden.

Die „Fridays for Future“-Bewegung – normalerweise sieht man sie freitags durch die Innenstadt laufen. Doch heute wird am Samstag demonstriert. 

 Warum Samstag? 

Grund für die Verschiebung sei die nationale Thematik, die bei dem Streik im Mittelpunkt stehen soll. 

  • Heute geht es um den deutschen Kohleausstieg. Freitags geht es um die globale Klimapolitik, heißt es von den Veranstaltern. Man wolle die beiden Themen nicht vermischen. So sollen beide Themen nicht an Aussagekraft verlieren. 
  • Der Kohlausstieg und der Erhalt des Ortes Lützerath stehen im Mittelpunkt der heutigen Demonstrationen. 
  • Der Ortbei Erkelenz soll zu Gunsten des Tagebaus Garzweiler weichen. 
  • Außerdem sei der Kohlausstieg bis 2030, der am Mittwoch von der Bundesregierung beschlossen worden ist, nicht mit den Klimazielen vereinbar.  
  • Dieses Gesetz sei laut „Fridaysfor Future“ Sprecherin Pauline Brünger kein Schritt in die richtige Richtung.  
  • Man solle nicht nur über Laufzeit der Braunkohleförderung entscheiden, sondern auch über die Menge. 
  • Aktuell befürworte das Gesetz die aktive Förderung von Braunkohle und sei somit auch eine aktive Ablehnung der gesetzten Klimaziele. 
  • Das schriftliche Statement von Brünger gibt es weiter unten zu lesen. 

 
Wie geht es weiter? 

  • Um 14:00 Uhr startet die Demo. Start ist der Kölner Bahnhofsvorplatz.  
  • In 20 weiteren deutschen Städten wird es ähnliche Kundgebungen geben. 
  • Eine Woche später, am 12. November, soll dann direkt in Lützerath demonstriert werden. 
  • Zu der Lützerather Demo rufen neben der FFF-Bewegung folgende Vereine auf: Alle Dörfer Bleiben, BUND NRW, Campact, FridaysFor Future Deutschland, Greenpeace Deutschland, Klima-Allianz Deutschland, LützerathLebt!, NAJU NRW. 
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(Foto: Imago Images)

Das Statement von Pauline Brünger:  

 “Die Bundesregierung hat den Kohleausstieg 2030 durch den heutigen Kabinettsbeschluss vollkommen ausgehöhlt. Hinter der vermeintlichen Klimaentscheidung findet sich vor allem ein Gesetz für mehr Kohle. Die Bundesregierung erlaubt RWE mit diesem Deal sechsmal so viel Braunkohle abzubauen, wie für die Einhaltung des 1.5-Grad-Budgets noch verbrannt werden darf. Das Gesetz ist eine Farce für den Klimaschutz. Um Menschen vor einer eskalierenden Klimakrise zu schützen, ist nicht nur das Enddatum der Kohle relevant, sondern vor allem die konkrete Menge, die wir bis dahin noch verbrennen. 

Um das Pariser Klimaschutzabkommen einhalten zu können, muss die Kohleverstromung in den nächsten Jahren kontinuierlich sinken und Lützerath in der Konsequenz erhalten bleiben. Wir werden diese Entscheidung nicht einfach hinnehmen! Nachdem die Bundesregierung den dreckigen Kohledeal mit RWE beschlossen hat, liegt es nun an uns allen, die Kohlebagger zu stoppen.”

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