Das Institut der deutschen Wirtschaft IW am Konrad-Adenauer-Ufer in Köln (Foto: IMAGO / Manngold)

Widerlegt eine aktuelle Studie die gängige Annahme, dass Wohneigentum heute unerschwinglich ist? Tatsächlich könnte das Kaufen jetzt einfacher sein als vor 40 Jahren.

Im Überblick:

  • Wohneigentum ist heute erschwinglicher als in den 1980er- und 1990er-Jahren.
  • 2016 war der Erwerb von Immobilien am günstigsten.
  • Aktuelle Zahlen zeigen trotz Inflation und steigenden Zinsen eine bessere Lage.

Die überraschenden Details:

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat Licht ins Dunkel des Wohnungsmarkts gebracht. Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist der Kauf einer Immobilie heute zugänglicher als in früheren Jahrzehnten.

  • Michael Voigtländer, IW-Immobilienexperte, hat einen Erschwinglichkeitsindex entwickelt, der auf Daten der OECD basiert.
  • Dieser Index vergleicht die Entwicklung von Wohnungspreisen, Einkommen und Zinsen seit 1980.

Ein Blick zurück:

1981 war der Kauf eines Hauses am teuersten, mit einem Erschwinglichkeitsindex von 115,5 und einem Zinssatz von 10,6%. Es folgte eine Periode der Verbesserung bis 1987. Nach einem kleinen Rückschlag nach der Wiedervereinigung wurde Wohneigentum in den Neunzigerjahren erneut erschwinglicher. Der Höhepunkt dieser Erschwinglichkeit wurde 2016 mit einem Indexwert von 28,6 erreicht.

Der aktuelle Stand:

Seit 2021 hat sich die Situation leicht verschlechtert, vor allem aufgrund steigender Zinsen und Inflation. Dennoch liegt der aktuelle Indexwert bei 41,0 – weit entfernt vom Höchstwert von 1981.

Fazit:

Es mag überraschend klingen, aber der Kauf eines Eigenheims ist heute laut den Erkenntnissen des IW Köln tatsächlich zugänglicher als in den 1980ern. Trotz hohen Zinsen und Inflation sind die aktuellen Bedingungen für den Erwerb von Wohneigentum immer noch deutlich günstiger als vor vierzig Jahren.

Hier kommt ihr zum Kurzbericht des Erschwinglichkeitsindex.