Manchem fällt es schwer, den kölschen Dialekt zu entschlüsseln. Was aber, wenn drei Kölner*innen versuchen, die über tausend Jahre alte Kuschana-Sprache zu entschlüsseln? 

Im Überblick 

  • Kuschana ist eines der vergessenen Reiche der Antike. 
  • Drei Kölner Forscher haben nun einen Meilenstein bei der Entschlüsselung der Kuschana Sprache erreicht. 
  • Doch trotz großem Fortschritt sind sie noch nicht am Ziel angelangt. 

Die Kölner Sprach-Archäologen

Im Jahr 2021 hielt Svenja Bonmann, damals noch Lehrbeauftragte an der Uni Köln, einen Kurs über mitteliranische Sprachen ab und schien dabei bei ihren Kursteilnehmern auf Gehör zu stoßen. Denn sie hatte das Interesse eines Teilnehmers geweckt, der sich bereits mit der bis dato nicht entschlüsselten Kuschana-Schrift auseinandergesetzt. Jakob Halfmann hieß der Teilnehmer, der Bonmann nach Kursende unverblümt fragte, ob man sich die geheime Schrift nicht mal gemeinsam anschauen könne. So schildert der Kölner Stadt-Azeiger den Start des Projekts. Mit der Zeit steigerten sich die beiden so weit in die Thematik rein, dass sie sich noch zusätzliche Expertise in Form von Natalie Korobzow dazu holten. 

Die Sprache 

  • Zwischen 200 vor und 700 nach Christus fand sich zwischen dem Römischen Reich und China die Herrscherdynastie Kuschana. 
  • Auch wenn man von den Kuschanas heute eher weniger hört, waren diese damals eines der mächtigsten Reiche. 
  • Wie es sich für eine antike Großmacht gehört, gab es dort, wo heute Länder wie Afghanistan, Tadschikistan und Pakistan liegen, natürlich auch eine eigene Sprache und Schrift. 
  • Schriften der Kuschana fanden sich auf Tontöpfen und Schalen wieder. Wegweisend war aber ein Felsenfund im afghanischen Hochgebirge in den 1960ern. 
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Kuschana-Schrift (Foto: Muhsin Bobomulloev)

Das Vorgehen 

  • Der Fund im Hochgebirge enthielt nämlich 3 Sprachen, mit gleichem Inhalt. 
  • So konnten die Kölner erste Ableitungen aus den anderen beiden Sprachen ziehen und Teile der Kuschana Sprache entschlüsseln. 
  • Als dann 2022 im Gebirge Tadschikistans eine weitere Inschrift auftaucht, die ebenfalls zweisprachig war, gelang der Durchbruch. 
  • So können die Kölner 15 der fast 30 Zeichen dieser Sprache lesen und einige weitere ziemlich sicher zuordnen. 

Wie es weitergeht… 

Noch sind also nicht alle Zeichen der uralten Sprache entschlüsselt. Somit bleibt einiges für das Kölner Trio zu tun. Um weiter Fortschritte zu erreichen, wollen sie in Zukunft zu den Ausgrabungsstätten und Fundorten fahren. Es bleibt also spannend um die Sprache der Kuschana.