Mit der Produktion sollen zusätzliche Portraits der von den NSU-Anschlägen betroffenen Personen erstellt werden. Anschließend sollen diese Aufnahmen für ein noch zu erstellendes Archiv bereitgestellt werden.

Im Überblick:

  • Die Stadt Köln fördert die Filmproduktion "Zeitzeug*innen der NSA-Anschläge in Köln" mit insgesamt 45.000 Euro.
  • Mit den filmischen Portraits soll ferner das geplante Mahnmal in Mülheim ergänzt werden.
  • Die Produktionsarbeiten werden sich über zwei Jahre erstrecken.

Details:

Der Rat der Stadt Köln hat beschlossen, die Filmproduktion "Zeitzeug*innen der NSU-Anschläge in Köln" in den Jahren 2023 und 2024 mit jeweils 22.500 Euro zu unterstützen. Die Gelder, so heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt, stammten aus dem städtischen Fördertopf "Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit".

"Das Nagelbombenattentat vom 9. Juni 2004 hat auch heute, beinahe zwei Jahrzehnte nach den furchtbaren Geschehnissen in Köln-Mülheim, nichts von seinem Schrecken verloren", sagte die Leiterin des Amtes für Integration und Vielfalt der Stadt Köln, Bettina Baum.

Produzent der Filmproduktion ist Professor Ulf Aminde, der auch für die Erstellung des geplanten Mahnmals an der Keupstraße verantwortlich ist.

  • Aminde stellte im Juni 2022 der Öffentlichkeit bereits die Pilotproduktion "Filminterviews mit Überlebenden des Nagelbombenanschlags" vor.
  • Mit der jetzt von der Stadt Köln beschlossenen Förderung soll es Aminde ermöglicht werden, "zusätzliche filmische Portraits der von den NSU-Anschlägen unmittelbar betroffenen Personen zu erstellen", sagte Baum.

Die Portraits sollen einerseits als filmische Grundlage für einen Lern- und Erinnerungsort am geplanten Denkmal am Mülheimer Tatort dienen, andererseits als Basis für ein künftiges Filmarchiv, das sich mit den beiden NSU-Anschlägen in Köln befasst.

Die Hintergründe:

Die rechtsterroristische Gruppierung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) schlug in Köln bislang zweimal zu.

  • Im Januar 2001 explodierte in einem Gemüseladen in der Probsteigasse ein Sprengsatz und verletzte die 19-jährige Tochter des iranischen Besitzers schwer.
  • Bei dem Nagelbombenanschlag vom Juni 2004 in der Mülheimer Keupstraße wurden 22 Personen verletzt, vier davon schwer.

In beiden Fällen ermittelte die Polizei zunächst im Opfermilieu und schloss ein rassistisches Tatmotiv aus. Erst nach der Selbstenttarnung der NSU im November 2011 nahmen die Ermittlungen eine entscheidende Wende.

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