Unser tägliches Öffi-Abenteuer steckt voller Historie, die wir oft übersehen. Ein Beispiel dafür sind zwei U-Bahn-Stationen in Ehrenfeld entdeckt Kölns Geschichte unterwegs.

Im Überblick:

  • Die Ehrenfelder U-Bahn-Station "Leyendeckerstraße" bietet mehr als nur einen schönen Anblick.
  • Zwischen pinken Schafen und bunten Räubern verbirgt sich Kölns Geschichte.
  • Aber auch die "Körnerstraße" in Ehrenfeld hat ein besonderes Merkmal zu sehen.

Landleben vs. Industrialisierung: Die Geschichte Ehrenfelds

Tagtäglich nutzen bis zu 900.000 Menschen die Kölner U-Bahn. Auf dem Weg zur Arbeit, zu Freund*innen oder für den Besuch des neusten Restaurants machen wir von der KVB Gebrauch. Dennoch wissen wir meist nicht, mit wieviel Kölner Geschichte wir tatsächlich bei unseren täglichen Reisen konfrontiert werden.

  • Dort wo sich heute die (H) Leyendeckerstraße befindet, lief im 19. Jahrhundert die Grenze zwischen der Stadt und der ländlichen Umgebung.
  • Das nahmen Malerin Ulrike Utaz und Historikerin Henriette Meynen als Denkanstoß für die Gestaltung der Haltestelle, so Barbara Schock-Werner in ihrem Buch "Linienführung" (2018).
  • Kommt man von Westen, sieht man zuerst das "Räuberfeld", illustriert durch den Räuber mit Flinte, der sich einer Kutsche annähert. Andererseits entsteht zwischen rosa Schafen, pinken Schweinen und roten Kühen ein bunter Bauernhof, der das damalige Landleben abbildet.

Mehr dazu:

Als durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs der Bedarf nach Gewerbeflächen und bezahlbarem Wohnraum stieg, wurde das zu der Zeit kaum bewohnte Ehrenfeld als Industrie-Standort auserwählt. Diesen Teil der Ehrenfelder Geschichte stellt die Künstlerin mit qualmenden Fabriken und roten Arbeiter-Männchen dar.

  • Wer jetzt seinen Blick nach oben wendet, sieht, wie die beiden prägenden Teile der Ehrenfelder Geschichte zusammengeführt werden und der Industrie-Rauch mit dem grünen Laub der Bäume verschmilzt.
  • Aber auch ein Blick auf andere Stationen in Köln-Ehrenfeld lohnt sich:
    Neben künstlerisch gestalteten Wänden auf Gleisebene, ist besonders die beleuchtete Rolltreppe in der (H) Körnerstraße ein echter Hingucker.

Fazit:

Ehrenfeld ist künstlerisch gestaltet – und erzählt dabei eine Geschichte, die den meisten Menschen wohl so gar nicht klar ist. Mit der Industrialisierung und dem damit einhergehenden Bevölkerungswachstum wandelte sich Ehrenfeld zu einem Industriestandort. Dieser Teil der Geschichte wird durch Darstellungen in den U-Bahn-Stationen repräsentiert.