Die bunten Giebelhäuser waren ein beliebtes Fotomotiv – zwei wurden jetzt abgerissen. (Foto: IMAGO / Horst Galuschka)

Ade, schönes Fotomotiv: Für zwei der fünf historischen Bauten am Kölner Fischmarkt gibt es kein Zurück – Putz und Schimmel setzten den Holzbalken zu sehr zu. Was in der Baulücke entstehen soll, darf jetzt der Eigentümer entscheiden. So geht es weiter.

Im Überblick:

  • Das gewohnte Bild der fünf historischen Giebelhäuschen wird es in seiner ursprünglichen Form nicht mehr geben.
  • Zwei der schmalen Bauten aus dem 16. Jahrhundert sind bereits bis zum ersten Stockwerk abgerissen worden.
  • Hinter dem dicken Putz hatten Pilz- und Schimmelbefall den Holzbalken stark zugesetzt.

Kölner Giebelhäuschen zur Hälfte abgerissen

Sie sind das Postkartenmotiv schlechthin, die fünf in Reih und Glied stehenden bunten Giebelhäuschen unterhalb der Kölner Altstadt. Für das orange- und grünfarbene kam nun das Aus. Weil deren Holzbalken des Fachwerks nicht mehr zu retten waren, stehen nur noch Keller, Erdgeschoss und der erste Stock. Der Rest der jahrhundertealten Bauten musste geopfert werden.

  • Festgestellt wurden die Schäden bei Renovierungsarbeiten des Hotels “Kleines Stapelhäuschen”.
  • Unter dem Putz hatten Pilz und Schädlingsbefall den mehr als 600 Holzbalken aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stark zugesetzt.
  • Gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger" bedauerte der Kölner Baudezernent Markus Greitemann “zutiefst, dass die Gebäude in dieser Form unwiederbringlich” verloren gegangen seien.

Nazis sanierten die Häuser “kaputt”

Aus dem historischen Quintett ist jetzt also ein Trio geworden. Den Grund, warum die zwei Giebelhäuschen frühzeitig aufgegeben werden mussten, will Stadtkonservator Thomas Werner bereits ausgemacht haben. In den 1930er-Jahren hätten die Nazis die beiden Häuser ”kaputtsaniert”.

  • Sie überzogen die Holzbalken mit einer dicken Putzschicht, hinter der sich Feuchtigkeit ansammeln konnte.
  • “Davor haben sie seit dem 16. Jahrhundert einwandfrei gestanden und würden das sonst auch heute noch tun”, so Werner.
  • Ihre charakteristischen Farben hätten die fünf Giebelhäuschen aber “vermutlich erst in den 1980er-Jahren erhalten”.

Denkmalschutzstatus weitgehend aufgehoben

Eigentümer der zwei zum Teil niedergerissenen Giebelhäuser ist dem "Kölner Stadt-Anzeiger" zufolge die Hamburger Immobiliengruppe Centralis. Die dürfe die Häuser nun nach ihrer Vorstellung wieder aufbauen, der Denkmalschutzstatus gelte nur noch für die bestehenden Reste. Wann genau das sein soll, ist bisher aber nicht bekannt.

Restaurant bleibt vorerst geschlossen

Nicht schnell genug kann es dem Unternehmerpaar Thomas Wippenbeck und Nadja Maher gehen. Die beiden betreiben das Restaurant “Feinfein” im Erdgeschoss der beiden teilabgerissenen Giebelhäuser. Das ist nun seit Monaten geschlossen.

  • “Für mich ist es eigentlich eine gute Nachricht, dass die Balken nicht verwendbar sind”, sagte Wippenbeck gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger", denn diese würde man so oder so nicht sehen.
  • Nun hofften er und seine Frau, dass sie spätestens in einem Jahr den Betrieb wieder aufnehmen und zwischenzeitlich entlassenes Personal wieder zurückholen können.

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