Das Kölner Dreigestirn war zu Gast bei der Blindensitzung im Ostermannsaal. (Foto: Festkomitee Kölner Karneval)

Wie der Kölner Karneval wirklich alle Menschen verbindet, zeigt die Blindensitzung. Sie ist nicht die größte und nicht die lauteste Veranstaltung im Fastelovend, aber eine der wichtigsten. Denn: Sehbehinderte Menschen kommen dem Dreigestirn ganz nah – und dürfen es sogar anfassen.

Im Überblick:

  • Am Dienstag, 23. Januar, hat im Ostermannsaal die 69. Blindensitzung stattgefunden – eine Veranstaltung des Blinden- und Sehbehinderten Vereins Köln.
  • Es ist die einzige Sitzung, in denen die beiden Dreigestirne die Bühne verlassen und sich von den Jecken abtasten lassen.
  • Detailgetreue Beschreibungen, etwa der Ornate des Dreigestirns, sollen den Karneval für alle "sichtbar" machen.

Dreigestirn zum Anfassen für sehbehinderte Jecke

Sie ist ein fester Bestandteil der Karnevalssession: Die Blindensitzung der Karnevalistenvereinigung Muuzemändelcher. Es ist nicht die größte und nicht die lauteste, aber eine der wichtigsten Sitzungen. Denn: Sie ermöglicht sehbehinderten Menschen ein hautnahes Erlebnis des Fastelovends – und ein Dreigestirn zum Anfassen.

  • Im Ostermannsaal der Sartory Säle sind am Dienstag, 23. Januar, junge und alte Jecke bereits zum 69. Mal zusammengekommen, um gemeinsam zu schunkeln, zu singen und den Karneval über die Ohren zu erleben.
  • Buntes Programm: Neben einer Tanzgruppe standen hier auch Redner und Sänger, das Traditionskorps KG Treuer Husar Blau-Gelb sowie die beiden Kölner Dreigestirne auf der Bühne.

Die Besonderheit der Kölner Blindensitzung

Die Stimmung bei der Blindensitzung war toll, die Jecken textsicher und stimmfest – ob bei einer spontanen Gesangseinlage von Prinz Sascha I. oder bei kölschen Klassikern, zu denen die Tanzgruppe „Pänz us dem ahle Kölle“ tanzten. Doch es geht um mehr als nur die Musik, das Erlebnis über die Ohren. Der Karneval soll sichtbar gemacht werden.

  • Bunte Kostüme der Tanzgruppen, traditionelle Uniformen der Traditionskorps, handgefertigte Ornate des Dreigestirns – alles wurde detailliert beschrieben, damit sich das sehbehinderte Publikum ein Bild machen konnte.
  • Selten haben die beiden Dreigestirne so viel Zeit: Prinz Sascha I., Bauer Werner und Jungfrau Frieda sowie Prinz Julius I., Bauer Severin und Jungfrau Benedikta vom Kinderdreigestirn beantworteten alle Fragen.
  • Und sie beschrieben nicht nur jede Facette ihrer Ornate, sondern ließen diese sogar abtasten – ein einmaliger Kontakt zwischen den Trifolien und den kölschen Jecken.
Blindensitzung Dreigestirn zum Anfassen
Die sehbehinderten Jecken dürfen die Ornate des Dreigestirns abtasten. (Foto: Festkomitee Kölner Karneval)

Einzigartiges Erlebnis für Jecke und Dreigestirne

Diese Nähe ist etwas Besonderes, nicht nur für die Gäste. „Für mich war es ein einmaliges Erlebnis, man kann das gar nicht richtig beschreiben. Aber man merkt direkt, wie viel es den Jecken bedeutet. Alle sind behutsam und tasten wirklich vorsichtig“, so Prinz Sascha I. Es sei ein tolles Beispiel dafür, wie sehr der Fastelovend Brücken baue und alle Menschen verbinde.

Fazit:

Die Blindensitzung leistet einen wichtigen Beitrag zur Inklusion im Kölner Karneval. Und sie ist nur ein Beispiel von vielen: Neben den Inklusionstribünen am Rand des Kölner Rosenmontagszuges gibt es weitere Sitzungen, auf denen Menschen mit Handicap feiern. Dazu gehört etwa die SBK-Sitzung für Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung, veranstaltet von den Roten Funken. Zudem wurde die Proklamation des Kölner Kinderdreigestirns in diesem Jahr erstmals mit Gebärdendolmetschern übersetzt, damit auch hörbehinderte Kinder mitfeiern können.

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