Nach Meinung des Szenekenners Andreas “Easy” Lohaus muss Köln sich hinter Locations wie Las Vegas, London oder Berlin nicht verstecken. Zu bemängeln hat er trotzdem einiges.  

  Im Überblick

  • Köln könne es locker mit dem Berliner Nachtleben aufnehmen, meint der erfahrene Szenekenner Andreas “Easy” Lohaus. 
  • Mit einem entsprechenden Stadtmarketing könnte Köln seine Kreativwirtschaft jedoch noch stärker ausbauen.  
  • Das Nachtleben sollte von der Politik nicht als lästig empfunden, sondern als kulturelle und wirtschaftliche Chance verstanden werden. 

Köln kann mit der globalen Party-Elite mithalten

Glaubt man dem Kölner Party-Veteran Andreas “Easy” Lohaus, muss sich die hiesige Partyszene vor ihrem Berliner Pendant nicht verstecken. Berlin habe zwar mehr Angebote, dafür gebe es in Köln keine langen Schlangen vor den Clubs und “keine total harten Türsteher”. Als Beleg für seine Theorie verweist der 58-jährige Jurist und Kommunikationswirt in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger auf das Bootshaus, das regelmäßig unter die Top zehn Clubs weltweit gewählt werde.  

  • “Wir messen uns da in Köln mit Locations wie Las Vegas oder Brasilien. Und das ist ein Punkt, den ich beim Stadtmarketing vermisse.” 

  Stadt sollte neuen Initiativen eine Chance geben 

 Allerdings schöpfe die Domstadt ihr zweifelsohne vorhandenes Potential nicht wirklich aus. “Die Stadt schafft es nicht, andere Angebote als nur die Zülpicher Straße anzubieten”, bemängelte Lohaus. Konkrete Ideen von Kulturschaffenden lägen längst in den Schubladen, selbst manche Ämter fänden diese Vorschläge gut und umsetzbar. “Aber dann fielen sie direkt wieder “dem strengen Grünflächenschutz” zum Opfer, sagte der altgediente Nachtschwärmer mit Verweis auf die Debatte um die Uniwiesen.   

  • “Es reicht nicht, ein paar Dixie-Klos aufzustellen, schlechte Musik laufen zu lassen, und schlechte Gastronomie anzubieten.” 

 Partyszene als Wirtschaftszweig wahrnehmen 

Der 58-Jährige fände es wünschenswert, wenn “Tourismus- und Stadtmarketing die Partyszene als wirtschaftliche Chance” erkannten. Dazu bedürfe es aber eines gewaltigen Sinneswandels seitens der Genehmigungsbehörden, die das Nachtleben als “schmuddelig, stressig und negativ" empfänden. Es müsse erkannt werden, dass eine “florierende Kreativwirtschaft” zur Wirtschaftlichkeit einer Stadt beitrage und ein “wirksames Mittel” im War of Talents sei.  

  • “Eine junge Finanzanalytikerin, ein AI Prompter kommen nicht nach Köln, weil wir hier den Dom haben oder der Rhein so schön ist.”