Das neue Richter-Fenster im Kölner Dom ersetzte 2007 das im Krieg zerstörte Original. Für Dombesucher*innen ein Highlight, doch es gab einen prominenten Gegner.

Im Überblick:

  • Seit der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg dauerte es über ein halbes Jahrhundert, bis das Fenster im Südquerturm erneuert wurde.
  • Der Künstler Gerhard Richter hat sich dem Entwurf angenommen.
  • Seit 2007 ist das neue Meisterwerk eingebaut und konnte seither fast jeden von sich überzeugen.

Von Meisner gehasst, von den Kölner*innen geliebt

Ausgangspunkt für eine der größten Kontroversen rund um den Kölner Dom ist der Zweite Weltkrieg. Zwar wurde der Kölner Dom selbst nicht direkt bombardiert, dennoch richteten die über 1,5 Millionen Bomben, die den Kölner Boden trafen, auch im Dom Schäden an. Darunter auch das "Südquerhausfenster", dass vollkommen zerstört wurde.

Wir schauen, was aus dem zerstörten Fenster heute geworden ist:

Die Geschichte des Richter-Fensters:

Das zerstörte Südquerhausfenster im Kölner Dom sollte nach dem Zweiten Weltkrieg wieder neu aufgebaut werden. Doch die Sache hatte einen kleinen Haken: Denn das ursprüngliche Fenster zeigte drei Bischöfe und drei Könige, die man schlecht ohne Vorlage rekonstruieren konnte. Diese Vorlage lagerte in Berlin und wurde ebenfalls im Laufe des Zweiten Weltkriegs zerstört.

  • Und so ließ man einfach bis Ende des 20. Jahrhundert ein Provisorium eingebaut. Solange, bis Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner 1999 den Auftrag bekam, das Fenster neu zu gestalten.
  • Wie der Zufall so will, traf sie bei einem Empfang den Künstler Gerhard Richter, der ihr kurzerhand eine unentgeltliche Gestaltung des Fensters zusagte.
  • Es dauerte rund vier Jahre, bis der finale Entwurf stand: Auf 106 Quadratmeter sollten 11.263 farbliche Quadrate in streng geometrischer Anordnung das Fenster zieren.

Am 25. August 2007 wurde das neue Fenster der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Und das neue Fenster wusste vom ersten Moment an zu überzeugen. Doch nicht alle waren von dem neuen Meisterwerk beeindruckt. Ein gewisser Kardinal Meisner hegte eine tiefe Abneigung gegen das Richter-Fenster und zog sogar in Betracht, seinen Bischofsstuhl umsetzen zu lassen, um das Fenster nicht länger sehen zu müssen.

Fazit:

Heute erfreut sich das Richter-Fenster großer Beliebtheit und gehört zu einer der Attraktionen im Kölner Dom. Besonders in den Mittagsstunden, wenn die Sonne durch das Fenster scheint, zieht es viele Besucher*innen ins Südquerhaus, um das Farbenspiel zu beobachten.