Das kubistische Spätwerk "Buste de Femmes" ging an einen telefonischen Bieter aus der Schweiz. Der Schätzwert lag bei maximal 2,5 Millionen Euro.

Im Überblick:

  • Erstmals seit rund 25 Jahren kam in Deutschland wieder ein wichtiges Gemälde des spanischen Künstlers Pablo Picasso unter den Hammer.  
  • Bei 3.4 Millionen Euro senkte sich der Hammer im Kölner Auktionshaus Van Ham zum dritten Mal.  
  • Auf dem großformatigen Werk "Buste de Femme" verewigte der exzentrische Künstler seine zwei Ehefrau Jacqueline Roque.  

  

Teures Schnäppchen 

Erstmals seit etwa einem Vierteljahrhundert, ließ die Kölner Galerie Van Ham wissen, habe in Deutschland wieder ein "kapitales Gemälde" Picassos zur Versteigerung gestanden. Doch bevor "Buste de Femme", das Picasso (1881-1973)  zwei Jahre vor seinem Tod malte, unter den Hammer kam, tourte das Kunstwerk aus PR-Zwecken durch ganz Deutschland. Dabei sei es publikumwirksam in Berlin, München und Hamburg ausgestellt worden, so die Deutsche Welle. Das höchste Gebot kam schließlich per Telefon aus der Schweiz: 3,4 Millionen Euro.   

  • "Der Zuschlag liegt über den Erwartungen", kommentierte eine Sprecherin des Auktionshauses die Summe knapp. Der Schätzwert habe bei 1.5 bis 2.5 Millionen Euro gelegen.  

Tatsächlich erzielten so manche Picassos in der Vergangenheit deutlich höhere Erlöse. Den einsamen Rekord hält das Gemälde "Les Femmes d’Alger", das der Spanier 1955 malte. 2015 wechselte das Kunstwerk in New York für sage und schreibe 160 Millionen Dollar seinen Besitzer.  

Les femmes dAlger von Pablo Picasso
Les femmes dAlger von Pablo Picasso (Foto: getty/Justin Tallis/AFP)
  • Auf dem Kunstmarkt werden Picassos Spätwerke generell weniger hoch bewertet als seine früheren Werke.  

Roque verehrte Picasso bis zu ihrem Freitod 

Das in Köln versteigerte Gemälde stammte aus dem Nachlass von Picassos zweiter Ehefrau. Der verführerische Künstler lernte Jacqueline Roque, die rund vierzig Jahre jünger war als er, 1953 kennen. Nach dem Tod von Picassos erster Ehefrau Olga Khokhlova heirateten die beiden. Die Französin mit den markanten Gesichtszügen liebte und verehrte Picasso dermaßen, dass sie nach seinem Tod 1973 in eine schwere Lebenskrise fiel, aus der sie nie wieder herausfand. 1986 beging sie schließlich Selbstmord.