Die KVB hat am 16. Juni die Bilanzzahlen von 2022 veröffentlicht. Und trotz hohen Verlusts gibt es nicht nur negative Schlüsse zu ziehen.

Im Überblick:

  • Im Jahr 2022 machte die KVB einen Verlust von 143.5 Millionen Euro.
  • Die Fahrgastzahlen stiegen auf insgesamt 236 Millionen Menschen.
  • Wieso musste man dennoch ein so hohes Defizit einstecken?

"Freut uns sehr" – paradoxe Aussage zum hohen Verlust

Im Leben kann man sich ja über viele Dinge ärgern. Eine Niederlage vom FC, eine Autopanne, einen Regentag, ein angebranntes Essen. Besonders ärgerlich ist es, wenn man Geld verliert.

Bei der KVB ist dies jedoch reine Einstellungssache. Und so verzeichnet man für das Jahr 2022 einen Verlust von 143.5 Millionen Euro, über den man sich aber nicht ärgert.

  • Der Express zitiert dazu die KVB Vorsitzende Stefanie Haaks: “Dass uns das […] gelungen ist, freut uns sehr“.

Schauen wir doch mal auf die Hintergründe dieser Aussage:

Fahrgastzahlen 2022

Ein Blick auf die Fahrgastzahlen verrät: Die KVB bringt jede Menge Menschen von A nach B.

  • Im Vergleich sogar nochmal über 64 Millionen Menschen mehr als 2021.
  • Grund dafür sind die abgeschafften Corona-Regeln und die Einführung des 9-Euro-Tickets.

Bilanz 2022

  • Auch, wenn das 9-Euro-Ticket mit dem Ende der Corona-Pandemie für starke Fahrgastzahlen sorgte, sind der KVB durch die Maßnahme Einnahmen von rund 40 Millionen Euro durch die Lappen gegangen.
  • Ein weiterer Tiefschlag war der Krieg in der Ukraine, mit den daraus resultierenden hohen Energiekosten und die starke Inflation.

Im Grund also große Faktoren, die das Ergebnis beeinflussten, jedoch von der KVB nicht beeinflussbar waren.

Vorjahresvergleich

  • Im Vergleich zum Vorjahr konnte man das Bilanzergebnis sogar um 1.4 Millionen Euro verbessern.

So absurd die eingängliche Aussage Haaks bei einem Verlust von 143,5 Millionen Euro auch scheinen mag, so nachvollziehbar erscheint sie, bei genauerem Blick auf die Zahlen und Gründe.