Stimmzettel bei der türkischen Präsidentschaftswahl (Foto: IMAGO / ZUMA Wire)

Für viele Deutsche gilt Recep Tayip Erdogan als problematischer Präsident mit einem fragwürdigen Demokratieverständnis. Doch die wahlberechtigten Türken im Rheinland sehen das anders – sie bleiben ein Pfeiler seiner Macht. Wohl auch bei der Stichwahl am 28. Mai 2023.

Im Überblick:

  • Am 28. Mai entscheidet sich die Präsidentenwahl in der Türkei.
  • In Deutschlang wählen 1,44 Millionen Türken
  • Erdogan darf wieder mit satten Mehrheiten rechnen

Die politische Bedeutung der wahlberechtigten Türken in Nordrhein-Westfalen

Mai in der Stichwahl der Präsident zwischen Amtsinhaber Recep Tayyip Erdoğan und seinem Herausforderer Kemal Kılıçdaroğlu wird es auch auf sie ankommen, wer künftig die Geschicke des Landes am Bosporus bestimmen wird.

Nachdem Erdogan im ersten Wahlgang mit 49.5 Prozent der Stimmen vorne lag, gilt er im entscheidenden Wahlgang als Favorit. Einerseits, weil der Druck auf die Opposition in der Türkei groß ist. Aber auch, weil Erdogan gerade in Deutschland und vor allem auch in Rheinland eine treue Anhängerschaft hat.

Erdogans Anhängerschaft in Deutschland und im Rheinland

1,44 Millionen der insgesamt 54,7 Millionen Wahlberechtigten leben in Deutschland und nur in Berlin ist das Rennen offen. Ob in Aachen, Düsseldorf oder eben Köln: Im Rheinland hat Erdogan treue Anhänger. Spitzenwerte erreicht der Amtssinhaber in Essen (77,1 Prozent)  und der Landeshauptstadt (41,8 %). Aber auch im Generalkonsulat in Hürth, wo die türkischen Stimmen aus der Region Köln gezählt werden, kommt Erdogan auf 66,8 Prozent Zustimmung, Herausforderer Kemal Kılıçdaroğlu gerade mal auf 33,1 Prozent.

Ähnlich sieht das bei der Parlamentswahl: Erdogans AKP und ihre „Volksallianz“ erreicht in Köln wie auch in ganz Deutschland Zustimmungswerte von 65 Prozent.

Die Rolle von AKP-Strukturen bei der Unterstützung Erdogans unter den Türken in Köln und im Rheinland

Mit der Ditib und Milli Görus werden islamische Strukutren von der AKP kontrolliert. Köln sei eine Hochburg „aller islamischen und islamistischen Strukturen“, befand der Sozialwissenschaftler Professor Kemal Bozay im Kölner Stadtanzeiger. Weil hier an einem Tag soviel Wahlkampf gemacht werden kann, seien zuletzt viele AKP-Politiker hier in Köln gewesen.

Hier in Deutschland diskriminierte junge Türken finden in AKP-Strukturen Halt, Erdogan präsentiert sich als Beschützer der Türken in der „Diaspora“. Mit dieser Politik kommt er bei den Türken im Rheinland an – und sie bleiben ein Stützpfeiler seiner Herrschaft..