Ausschreitungen zwischen Fans von Nizza und Köln, September 2022 (Foto: IMAGO / Treese)

Nach den brutalen Ausschreitungen beim Conference League-Spiel hatte Manager Christian Keller eigene Ermittlungen angekündigt. Nach über einem Jahr später ist davon nichts mehr zu hören.

Im Überblick:

  • Ein Jahr nach den folgenschweren Ausschreitungen in Nizza ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter.
  • Mehrere gewalttätige FC-Ultras wurden bereits zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt.
  • Der Verein selbst tut sich mit der Aufarbeitung der Geschehnisse allerdings schwer.

Staatsanwaltschaft ermittelt grenzübergreifend

Die Bilder von den gewalttätigen Ausschreitungen beim Conference League-Spiel des FC in Nizza sorgten vor einem Jahr europaweit für Schlagzeilen. Auf den Rängen des Stadions spielten sich an jenem Septembertag regelrechte Jagdszenen zwischen Anhängern beider Vereine ab.

  • Obwohl die Geschehnisse in Frankreich stattfanden, nahm auch die Kölner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf, bei außergewöhnlichen Ereignissen sei das juristisch möglich, sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn gegenüber dem WDR.
  • Diese konzentrierten sich auf schätzungsweise 80 mutmaßliche Täter: "Davon sind bisher 16 angeklagt. Neun wurden erstinstanzlich zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt."
  • Abgeschlossen seien die Ermittlungen noch nicht, sagte Willuhn weiter.
FC Nizza Hooligans
Köln Fans mit Pyrotechnik (Foto: IMAGO / Treese)

Fans helfen bei der Identifizierung der Täter

Bei der Identifizierung der brutalen Schläger griff die Staatsanwaltschaft überwiegend auf Videomaterial zurück. Auch Smartphone-Aufnahmen von mitgereisten Anhängern seien dabei ausgewertet worden, sagte Willuhn.

  • "Da haben wir große Unterstützung aus der Fanszene erfahren."
  • So mancher Ultra verriet sich bei den Ausschreitungen durch seine markanten Tattoos. So konnte ein 36-jähriger polizeibekannter Hooligan überführt und zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt werden.

FC-Verantwortliche hüllen sich in Schweigen

Die Kölner Vereinsführung äußerte nach den Ausschreitungen tiefe Betroffenheit und kündigte Konsequenzen an. FC-Manager Christian Keller sagte, man werde von Vereinsseite aus "jeden einzelnen versuchen zu ermitteln."

  • "Er soll nie wieder ein Stadion betreten dürfen", so Keller vor einem Jahr.
  • Zwölf Monate später geht der FC auf Tauchstation. Was aus den Vorsätzen vom September 2022 geworden ist, darüber wollte sich bei den Geißböcken niemand gegenüber dem WDR äußern. Auch Christian Keller nicht. Indes scheint es, als fühlten sich die Kölner Ultras so unantastbar wie nie.
  • Trotz der Gefahr hoher Geldstrafen zünden sie regelmäßig Pyrotechnik, selbst im eigenen Stadion.

Fazit:

Ein Jahr ist es mittlerweile her, dass die brutalen Ausschreitungen beim Kölner Auswärtsspiel in Nizza europaweit für Schlagzeilen sorgten. Während die Staatsanwaltschaft bereits mehrere Geld- und Bewährungsstrafen aussprach, tut sich der FC mit der Aufarbeitung der Geschehnisse erstaunlich schwer.

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