Ein Lost Place in Köln: Die Villa Oppenheim (Foto: IMAGO / Eibner)

Die Stadtverwaltung Köln entzog dem verfallenen Anwesen Haus Fühlingen, in dem einst ein Kölner Bankier seine Sommer verbrachte, den Status eines Denkmals. Was nun mit der Villa geschehen könnte.

Im Überblick:

  • Die Stadt Köln hat dem seit Jahrzehnten verfallenen Haus Fühlingen den Denkmalstatus aberkannt.
  • Damit dürfte dem Abriss des bei Anhänger*innen der Lost-Places-Szene beliebten Backsteinbaus nichts mehr im Wege stehen.
  • Das 1888 errichtete Anwesen diente dem Bankier Eduard Freiherr von Oppenheim einst als Sommerresidenz.

Stadt entzieht Villa Denkmalstatus

Für den markanten Backsteinbau am Fühlinger gibt es nur noch wenig Hoffnung. Zum einen macht sein gegenwärtiger Besitzer, die Eigentümergesellschaft Dolphin Trust GmbH, keinerlei Anstalten, der Ruine zu neuem Glanz zu verhelfen. Auf der anderen Seite steht die Villa mittlerweile in einem Landschaftsschutzgebiet, womit automatisch das Baurecht für das Grundstück erloschen ist.

  • Die Stadt Köln besiegelte nun das Schicksal des Anwesens endgültig: Dem Austragung des Gebäudes aus der Denkmalliste wurde stattgegeben.

Vorausgegangen waren nach Darstellung des Kölner Stadtanzeigers Bemühungen der Kölner Verwaltung, in Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter der Eigentümergesellschaft eine Lösung für die Villa zu finden. Diese seien jedoch ergebnislos verlaufen.

Aus Sicherheitsgründen droht der Abriss

Ohne Denkmalstatus sorgt das imposante Gebäude am Fühlinger See in der Stadtverwaltung lediglich für Kopfzerbrechen. Die logische Folge wäre also ein Abriss der bei Anhängern der Lost-Spaces-Szene so beliebten Villa.

  • "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemandem aus der Szene ein Ziegel auf den Kopf fällt", warnte unlängst Thomas Welter, Mitglied des Kölner Stadtrates und Vorstand des CDU-Ortsverbands im Kölner Norden.

Gänzlich will Welter das historische Gebäude aber noch nicht aufgeben. Er habe Akteneinsicht in den Prozess der Löschung des Denkmalschutzes beantragt, sagte er gegenüber der Zeitung.

  • "Wir würden gerne nachvollziehen können, warum es zwischen der Insolvenzverwaltung und dem letzten Interessenten sowie dem Stadtkonservator keine Einigung gab."

Hintergrund: Besagter Interessent war noch zu Jahresbeginn Medienberichten an einem Kauf des Grundstücks interessiert.

Aus der geplanten Luxussanierung wurde es nichts

Das Haus Fühlingen blickt auf eine wechselhafte und nicht immer blütenweiße Geschichte zurück. Nachdem ihr Erbauer, der Kölner Bankier Freiherr Eduard von Oppenheim, 1909 verstorben war, hinterließen zwei Weltkriege Spuren an dem Gebäude. Dem Stern zufolge wurden während der NS-Zeit Zwangsarbeiter in der Villa untergebracht. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs zog im Haus Fühlingen ein ehemaliger NS-Richter mit seiner Frau ein. 1962 beging er dort Selbstmord.

Ihr derzeitiger Eigentümer erwarb das Anwesen 2004 mit einem hochgesteckten Ziel: Im Einklang mit dem Denkmalschutz sollten Luxuswohnungen entstehen. Die Stadt Köln lehnte diese Pläne damals aber ab.