Der Dreikönigen-Schrein ist das bedeutendste Relikt des Mittelalters und prägend für das Herz Kölns. Doch wie war das damals mit den Heiligen Drei Königen, gab es die Drei überhaupt wirklich? Oder sind die Könige und ihre Gebeine nur eine Legende?

Im Überblick

  • 1164 bringt der damalige Kölner Erzbischof von Dassel die Gebeine der Heiligen Drei Könige in einem Triumphzug nach Köln.
  • Zu Ehren der Heiligen aus dem Morgenland wird ein noch nie da gewesener Schrein in Auftrag gegeben, dessen Fertigstellung 40 Jahre benötigt.
  • Da der Schrein nicht genug ist, beschließt man ihm die größte Kirche der Welt zu bauen, den Kölner Dom.

Hintergrund

Die Geschichte der Heiligen Drei Könige ist eine wundervolle Mischung aus biblischen Überlieferungen, Interpretationen und entstandenen Legenden. Aber genau das macht die drei Heiligen aus dem Morgenland so besonders.

  • In der Bibel ist lediglich von den Weisen aus dem Morgenland die Rede. Matthäus legt sich also gar nicht auf die Zahl Drei fest.
  • Erst im dritten Jahrhundert nach Christus leitet man von der Anzahl der Geschenke - Gold, Weihrauch, Myrrhe - ab, dass es sich um drei Könige gehandelt haben muss.
  • Bis ins sechste Jahrhundert hatten die Herren noch keine offiziellen Namen. Caspar, Melchior und Balthasar etablieren sich dann aber relativ schnell.
  • Anfang des achten Jahrhunderts nach Christus verrät ein englischer Mönch schließlich, dass Melchior einen weißen Bart trug, Balthasar, weder jung noch alt und Caspar ein Jungspund ohne Bart, war.
  • Auch deren Herkunft kannte der englische Mönch: Europa, Asien und Afrika.
Dreikönigenschrein aus dem Domschatz des Kölner Doms
(Foto: IMAGO / Werner Otto)

Bedeutung der Gebeine für die Stadt Köln

Doch wie kamen die Gebeine der drei nicht mehr namenlosen Könige nach Köln? Die Erklärung passt hervorragend in die damalige Zeit: Kriegsbeute.

Ob der damalige Kölner Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine von Kaiser Barbarossa nach dessen Eroberung Mailands geschenkt bekam oder die Gebeine ungesehen im Triumphzug des Erzbischofs verschwanden, ist nicht übermittelt.

  • Fakt ist: 1164 kamen die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln.
  • Der Triumphzug brachte den Gebeinen auf deren Weg so viel Aufmerksamkeit, dass Köln seiner Zeit zu einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte aufschwang.
  • Um der Bedeutung der Gebeine gerecht zu werden, ließ man Nikolaus von Verdun einen Schrein bauen. 40 Jahre dauerte die Anfertigung.
  • Da der Schrein seinem Inhalt nicht genug huldigte, entschied man sich kurzerhand die größte Kirche der Welt um den Dreikönigen-Schrein herum zu bauen, den Kölner Dom.

Was ist dran am Mythos der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom?

Die Stadt Köln hat den Heiligen Drei Königen also einiges zu verdanken. Unabhängig davon, ob die Gebeine als Geschenk oder Diebesgut ihren Weg nach Köln fanden, so haben sie die Geschichte und das Wesen der Stadt bis heute geprägt, wie kaum etwas anderes.

  • Da verwundert es nicht, dass die Knochen bis heute nicht untersucht wurden.
  • Die Gebeine passen jedoch zu den Beschreibungen der Herkunft und des Alters der Könige durch den englischen Mönch.
  • Jedoch stammt deren Kleidung eher aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus.

Wessen Gebeine wirklich im Dreikönigen-Schrein liegen, wird wohl immer ein Mysterium bleiben. Niemand kann sagen, ob es wirklich die Heiligen aus dem Morgenland sind. Aber die Geschichte der drei Könige und deren Bedeutung für Köln sind tief in diesem Schrein verankert.