Lisa Williamson mit ihren zwei Hunden aus dem Tierschutz (Foto: Lisa Williamson)

Ein Date auf der Hundewiese? "Bark Date" macht es möglich und bringt Menschen und Hunde aus dem Tierschutz zusammen. Das Ziel: Für die Hunde ein neues Zuhause zu finden. Wir haben mit der Organisatorin gesprochen.

Im Überblick:

  • Lisa Williamson, Tierärztin und seit Jahren im Tierschutz aktiv, hat "Bark Date" ins Leben gerufen.
  • Es ist das erste Event in Deutschland, bei dem Menschen Tierschutzhunde unverbindlich kennenlernen können.
  • Nach einem erfolgreichen ersten "Bark Date" im Dezember findet das zweite Treffen am Sonntag, 14. Januar, ab 11:00 Uhr auf der Hundewiese im Stadtwald, zwischen Kitschburgerstraße und Militärringstraße in Köln-Lindenthal, statt.

Kölner "Bark Date" soll Hund und Mensch verbinden

Lisa Williamson ist schon lange im Tierschutz aktiv. Neben der Durchführung von Vorkontrollen vor der Adoption eines Hundes, berät sie dabei etwa Tierschutzvereine im Ausland und reist für gezielte Einsätze nach Rumänien. In Köln hat sie jetzt mit "Bark Date" eine Art Blind-Date-Event ins Leben gerufen, bei dem sich gerettete Tierschutzhunde und Menschen kennenlernen können. Wir haben mit ihr gesprochen.

1. Wie bist du auf die Idee von "Bark Date" gekommen?

"Unsere Pflegehündin Cassy kommt aus dem rumänischen Tierschutz. Nach 1,5 Jahren im Tierheim hatte sie noch keine Anfragen. Da habe ich gedacht – das können wir als Pflegestelle bestimmt schnell ändern. Auf Social Media gibt es allerdings so viele Pflegehunde, dass es schwerfällt, den einzelnen Hund bei sich um die Ecke wahrzunehmen. Auch haben viele Menschen eine Hemmschwelle, was Tierschutzhunde angeht, vielleicht sogar Vorurteile. Und da kommt 'Bark Date' ins Spiel – denn bei diesem Format können Hundefreund*innen Hunde aus seriösen Tierschutzorganisationen in entspannter Atmosphäre live und unverbindlich kennenlernen."

2. Was muss man vorweisen, um einen Hund zu adoptieren?

"Vor Ort sind mehrere Tierschutzvereine und Pflegestellen, die ihre Hunde vorstellen. Wenn jemand einen Hund toll findet, bekommt man die Kontaktinformationen vom jeweiligen Tierschutzverein. Über ein Interessenformular kann man seine Daten angeben im Anschluss folgen telefonische und physische Vorkontrollen vor Ort. Wenn das alles positiv verläuft, wird der Hund nach einem Abschlussgespräch vermittelt. 'Bark Date' soll in keinem Fall eine Vermittlungsplattform, sondern nur eine Möglichkeit zum Kennenlernen sein."

3. Gibt es Herausforderungen bei der Zusammenarbeit mit Tierschutzvereinen und Pflegestellen bei "Bark Date"?

"Ja, ich habe tatsächlich mehr Ansturm der Tierschutzvereine erwartet. Ich glaube, dass viele im Tierschutz einfach sehr skeptisch sind – das nicht unbedingt zu Unrecht. Es gibt eben auch illegalen Tierhandel oder unseriöse Online-Anzeigen. Auch Faktoren, wie der Personalmangel in den lokalen Tierheimen, gehören zu den Herausforderungen. Es braucht also sehr viel Präsens für das Format."

Bark Date Stadtwald Hundewiese
Das "Bark Date" auf der Hundewiese im Stadtwald (Foto: Fotos-von-Lisa.de)

"Bark Date" geht nach erstem Erfolg in die zweite Runde

Danke für das Interview, Lisa. Das erste Event im Dezember war ein voller Erfolg: Über 100 Besucher*innen und zehn Hunde waren dabei. Im Nachgang haben sieben Hunde über "Bark Date" ein neues Zuhause gefunden. Am Sonntag findet das zweite "Bark Date" statt, schon 26 Hunde sind angemeldet. Schaut doch einfach einmal ganz unverbindlich vorbei – auch gerne mit euren Vierbeinern. Auf der Website und auf Instagram bleibt ihr über alles Wichtige informiert.

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