In NRW ist die Zahl der Krankschreibungen von Beschäftigten auf dem höchsten Stand der letzten zehn Jahre. Aber warum ist das so und was hat Corona damit zu tun? 

Im Überblick:

  • Die Zahl der Krankentage ist in NRW auf dem höchsten Stand seit langem. 
  • Dabei kann sich Köln jedoch positiv von seinem direkten Umfeld absetzen. 
  • Erstaunlicherweise ist die Corona-Pandemie nur indirekt beteiligt. 



Köln hält gesund 

Im Grunde ist es ein offenes Geheimnis, dass unsere Domstadt den Menschen einfach guttut. Aber, dass sich dieses Gefühl nun auch in aktuellen Statistiken widerspiegelt, kommt dann doch überraschend. Für diese Erkenntnis hat der BKK Dachverband die Daten seiner Mitglieder ausgewertet, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. Die erste Erkenntnis war der höchste Wert an Krankschreibungen der letzten 10 Jahre. Dabei gibt es zwischen den einzelnen Regionen und Städten starke Unterschiede. 

Die Zahlen:  

  • 6,4 Prozent der Arbeitstage sind Beschäftigte in NRW durchschnittlich krankgeschrieben. Das entspricht 23,3 Tagen. 
  • Lediglich ein Drittel schaffte es im vergangenen Jahr, ohne Krankmeldung durchzukommen. 
  • Rekordhalter ist die Stadt Herne mit fast 30 Krankheitstagen je Beschäftigtem. 
  • Den niedrigsten Wert von 16,7 Tagen findet sich in Düsseldorf. 
  • Aber auch Bonn und Münster liegen mit Werten unter 19 weit vorne. 
  • In Köln sind es 20,8 Tage, auch nicht so verkehrt. 

Was auffällt, ist eine starke Diskrepanz zwischen Köln und dem direkten Kölner Umland. So lagen die Werte in Euskirchen bei 26,3 und in Leverkusen bei 25,1. Das muss nicht zwingend an Köln selbst liegen, sondern laut der Experten wohl eher an der deutlich jüngeren Altersstruktur in der Bevölkerung. 

Und was ist mit Corona? 

Dass die Fehltage auf Zehnjahreshoch sind, verbindet man unweigerlich mit der Corona-Pandemie. Erstaunlicherweise ist es jedoch nicht Corona selbst, das die hohen Zahlen verantwortet. Denn nur zwei Prozent der Krankmeldungen waren Corona-bedingt. Die starke Grippe- und Erkältungswelle ist Haupttreiber der Rekordwerte. Diese seien durch weniger Home-Office und mehr soziale Kontakte zusätzlich verstärkt worden. 

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