Eine Apothekerin in Deutschland (Foto: Getty images/Anadolu Agency)

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder…wen anders? Wenn es so weitergeht, sind auskunftsfreudige Apotheker*innen bald nicht mehr zugänglich.

Im Überblick:

  • In den letzten 20 Jahren mussten etwa 1.100 Apotheken schließen.
  • Das bedeutet 21 Prozent weniger Apotheken als noch zu Beginn des Jahrtausends.
  • In Köln ist der Bestand an Apotheken in den letzten 10 Jahren um über 30 Prozent gesunken.

Veedel ohne Apotheke?!

In Zukunft könnte es auch in Köln schwer werden, jemanden zu finden, den man zu Risiken und Nebenwirkungen fragen kann. Denn das Angebot an Apotheken im Stadtgebiet ist nicht nur rückläufig, sondern auf lange Sicht auch gefährdet.

  • Im Kölner Stadt-Anzeiger sagte Thomas Preis, der Vorsitzende des Apothekerverbands Nordrhein, dass es in manchen Vierteln schon jetzt kaum noch Apotheken gibt und wir uns in einer bedrohlichen Abwärtsspirale befinden.
  • Kaum eine Stadt verzeichnete in den letzten 10 Jahren einen höheren Rückgang an Apotheken.
  • Rund ein Drittel aller Apotheken in Köln schlossen in diesem Zeitraum.

Gründe für das Apothekensterben

  • Ein Hauptgrund ist der allseits präsente Fachkräftemangel, der auch vor Apotheken, sprich dem Berufsfeld der Pharmazeut*innen nicht Halt macht.
  • Im Vergleich mit der Industrie und Krankenhausapotheken, haben öffentliche Apotheken oft das Nachsehen.
  • Ein weiterer Grund ist neben geringen Budgets wegen Inflation und Lieferengpässen auch stetig steigender bürokratischer Aufwand, der durch mehr Personal gedeckt werden muss.
  • Ein Einfluss von immer beliebteren Online-Apotheken wird von den Verantwortlichen erstaunlicherweise nicht genannt.

Wie es weiter geht

NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann könnte sich vorstellen, mithilfe einer Imagekampagne für selbstständige Berufe ein höheres Interesse an der Eröffnung oder Übernahme von Apotheken zu schaffen. Thomas Preis sieht die Lösung hingegen eher im Bürokratieabbau und höheren Honoraren für Apotheker.