Obdachlose sind vor allem im Winter bei kalten Temperaturen gefährdet. (Foto: IMAGO / Stefan Zeitz)

Bei niedrigen Temperaturen sind Menschen, die auf der Straße leben, besonders gefährdet. Täglich sind Ehrenamtler*innen mit dem Kältebus in Köln unterwegs, um Obdachlosen in Not zu helfen – und sie teils vor dem Erfrieren zu retten. Zu Nikolaus findet jetzt eine besondere Aktion statt.

Im Überblick:

  • Der Hilfsverein "Freunde der Kölner Straßen und ihre Bewohner e.V." unterstützt Menschen, die kein Zuhause haben.
  • Mit dem Kältebus helfen die Ehrenamtler*innen im Winter Obdachlosen in Not.
  • Am Mittwoch, 6. Dezember, veranstaltet der Verein eine besondere Nikolaus-Aktion, bei der jede*r helfen kann.

Hilfe für Kölner Obdachlose im Winter

Es ist kalt in Köln. Der erste Schnee ist gefallen, die Hoffnung auf weiße Weihnachten wächst. Bei vielen – aber nicht bei allen. Obdachlose Menschen sind besonders im Winter gefährdet. Etwa, wenn ein warmer Schlafplatz in der Nacht fehlt.

  • Die gemeinnützige Organisation "Freunde der Kölner Straßen und ihre Bewohner e.V." unterstützt Menschen, die auf der Straße leben.
  • Dafür sind die Ehrenamtler*innen regelmäßig in Köln unterwegs – im Winter mit dem Kältebus.
  • Dieser kann von jedem und jeder unter der Telefonnummer 0176 / 240 71 312 gerufen werden, der eine obdachlose Person in einer Notlage sieht.

Die 40-jährige Feyza Bayraktar, Produktionsleiterin bei einer Textilfirma, engagiert sich seit sieben Jahren in ihrer Freizeit für den Kältebus. Wir haben mit ihr über die ehrenamtliche Arbeit gesprochen:

1. Mit welchen Herausforderungen werdet ihr auf der Straße vor allem in der Weihnachtszeit konfrontiert?
"Aktuell stehen wir vor der Herausforderung der Kälte und der steigenden Nachfrage nach Hilfe. Deswegen sind wir gerade nicht nur an bestimmten Tagen mit dem Kältebus unterwegs, sondern täglich. Das steigert die Kosten für den Verein, der ausschließlich durch Spenden finanziert wird. Doch insbesondere in extrem kalten Nächten besteht die Gefahr, dass Menschen auf der Straße erfrieren könnten."

2. Welches Schicksal einer obdachlosen Person hat dich persönlich bisher am meisten berührt?
"Es gibt so viele Geschichten. Aber eine davon hat mich besonders berührt und mir noch einmal klar gemacht, wie wichtig unsere Arbeit auf der Straße ist. Bei einem Nachtdienst bin ich einem obdachlosen Mann begegnet, der etwas betrunken war und Suizidgedanken hatte. Nach einem langen Gespräch konnte ich ihn davon überzeugen, sich nicht umzubringen. Aber die Einsamkeit, die er in diesem Moment fühlte, berührte mich. Mit Tränen in den Augen sagte er: 'Danke, dass du mich bemerkt hast und mir zugehört hast.' Manchmal bedeutet das viel mehr als eine Mahlzeit oder ein Schlafsack."

3. Wie kann jeder schon heute ganz einfach helfen? Und was sollte vielleicht eher vermieden werden?
"Das Helfen fängt schon mit einem Gruß an. Seht diese Menschen, nehmt sie wahr. Begrüßt sie wie jeden anderen auch. Zudem kann man die Person fragen, ob sie was zum Essen oder vielleicht etwas heißes zum Trinken will. Und wenn ihr jemanden in eurer Nachbarschaft auf der Straße schlafen seht, dann fragt die Person, ob sie was braucht oder ruft den Kältebus an. Dank eines solchen Anrufs konnten wir letztes Jahr einen älteren Herrn vorm Erfrieren retten."

Besondere Nikolaus-Aktion in Köln:

Am Mittwoch, 6. Dezember, können obdachlose Menschen am Breslauer Platz ab 19 Uhr den Nikolaustag feiern. Neben Essen und Trinken sollen am Kältebus auch gespendete Geschenke verteilt werden.

  • Hilfe ist willkommen: Jeder, der möchte, kann Kekse, Muffins oder einen Kuchen backen und vorbeibringen.
  • Alle Musiker*innen, ob professionell oder nicht, sind dazu eingeladen, Weihnachtsmusik für die obdachlosen Menschen zu spielen.

Fazit:

Obdachlosen Menschen im Alltag zu helfen, ist nicht schwer. Oftmals reicht ein Lächeln, ein netter Gruß, ein warmes Getränk. Einfach Beachtung. Doch Hilfsvereine, die sich das ganze Jahr über aktiv für Obdachlose einsetzen, sind natürlich auf Spenden angewiesen. Das können Geld- oder Sachspenden sein. Falls ihr helfen wollt, findet ihr hier weitere Informationen.

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6.12.2023