Es ist wieder soweit, für manchen bricht der Feierabend in der Dunkelheit an. Wer sich in Kölns Grünanlagen fit halten will, muss in der kalten Jahreszeit auf ungewöhnliche Methoden zurückgreifen.

Im Überblick:

  • In der jetzt anbrechenden dunklen Jahreszeit müssen sich Outdoor-Aktivisten mit kreativen Lösungen behelfen.
  • Die dunklen Grünanlagen und Parks verteidigt die Stadt Köln mit dem gebotenen Verzicht auf unnötige Lichtverschmutzung.
  • Im Lohsepark in Nippes trotzt man mit Baustrahlern und Ringlichtern dem fehlenden Tageslicht.

Nach Feierabend wird es dunkel

Die lauen und vor allem langen Abende der vergangenen Sommermonate gehören wieder der Vergangenheit an. Spätestens nach der Zeitumstellung müssen sich Liebhaber*innen von Sport unter freiem Himmel etwas einfallen lassen. Denn kurz nach Feierabend liegen die meisten Grünanlagen und Parks im Dunkeln.

  • "Nach der Zeitumstellung hat man mit einem normalen Nine-to-five-Job kaum eine Möglichkeit, draußen Sport zu machen", sagt Vanessa Waasem, während sie sich mit Freunden im Nippeser Lohsepark den Basketball zuwirft.

Liebend gerne würde sich die Gruppe unter den Körben nach dem Büroalltag noch etwas länger austoben. Doch der Nachhauseweg allein als Frau durch den im Dunkeln liegenden Park bereite ihr Sorgen. "Das geht einfach nicht", sagte Waasem gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger.

Mit Baustrahlern im Gepäck

Wohl dem, der sich in den Herbst- und Wintermonaten mit kleineren Bällen zufriedengibt, etwa mit Tischtennisbällen. Für die bedarf es lediglich einer Tischtennisplatte mit bescheidenen Ausmaßen, und die lässt sich auch ohne Hilfe der Stadt Köln ins rechte Licht setzen. Marco Stephan und seine knapp 70 Mitglieder starke Gemeinschaft rücken mit Baustrahlern und Ringlichtern im Lohsepark an.

  • "Es ist schade, dass die Stadt nach Sonnenuntergang kaum Sportmöglichkeiten anbietet", sagt der junge Mann.
  • Mit der kreativen Beleuchtungsidee ist die Ping-Pong-Crew nun unabhängig von städtischen Lampen.

Damit sich Fuchs und Mensch gute Nacht sagen

Und was sagt die Stadt dazu? Die zieht sich geschickt aus der Affäre und verweist auf den Biorhythmus von Mensch und Tier.

  • Bereits 2004 beschloss die Stadtverwaltung, auf unnötige Lichtverschmutzung in Grünanlagen und Parks zu verzichten. Ausnahmen seien nur vereinzelt möglich, heißt es in der Pressestelle.

Bei den im Halbdunkeln spielenden Basketballer*innen stößt diese Begründung nur bedingt auf Verständnis.

Etwas verlegen weist die Stadt auf vermeintliche Alternativen hin: Viele Plätze lägen außerhalb von Grünanlagen und würden indirekt beleuchtet werden. Und dann gebe es ja noch den sogenannten "Mitternachtssport" der Sportjugend Köln. In Nippes hieße das aber für Waasem, Stephan und Co, dass sie in der dunklen Jahreszeit auf Fußball und Boxen ausweichen müssten – den beiden einzigen Sportarten, die es dort im Angebot gibt.