Wer zur rechten Zeit durch die Kölner Glockengasse schlendert, wird mit den Klängen der französischen Nationalhymne verwöhnt. Klingt nett, aber warum ist das so?

Im Überblick:

  • Als die Franzosen in Köln einmarschieren, versucht ein Kölner die Geheimrezeptur seines Heilwassers zu schützen.
  • Dies gelingt ihm mit einem Trick, der aus dem Heilwasser ein bis heute weltbekanntes Kölner Original macht.
  • Doch was hat das mit dem Spielen der französischen Nationalhymne zu tun?

Französische Nationalhymne in der Kölner Glockengasse

Mit den ersten Sonnenstrahlen durch hell erleuchtete Gassen flanieren, sich ein luftiges Croissant und einen Café au Lait gönnen und dabei den Klängen der französischen Nationalhymne lauschen. Was nach einem romantischen Sommernachtstraum klingt, ist (wie so vieles) in Köln durchaus möglich.

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Das 4711-Haus in der Glockengasse (Foto: IMAGO / Jürgen Ritter)

Denn jeden Morgen um 9 Uhr spielt in der Glockengasse zum ersten Mal die französische Nationalhymne. Weil das nicht Hommage genug ist, läuft das gute Stück von da an zu jeder vollen Stunde. Und zwar bis 19 Uhr. Viele fragen sich jetzt vielleicht, warum das so ist. Die Antwort: Pure Dankbarkeit.

Wie kam es dazu?

Ein gewisser Wilhelm Mülhens bekommt zur Hochzeit 1792 ein medizinisches Rezept geschenkt. Daraus entwickelt der Kölner eine Rezeptur für ein Heilwasser – Kölnisch Wasser.

  • Als kurze Zeit später die Franzosen in Köln einmarschieren, beschlagnahmen diese kurzerhand alle medizinischen Formeln.
  • Um dem zu entgehen, macht Mülhens aus dem Heilwasser kurzerhand ein Duftwasser. Das Eau de Cologne ist geboren.
  • Mit seiner Marke "4711" bringt es das Kölnisch Wasser zu Weltruhm, der ohne die Franzosen nicht möglich gewesen wäre.

Mehr dazu

Aus Dankbarkeit spielt man bei 4711 in der Glockengasse bis heute regelmäßig die Marseillaise. Doch keine Panik, damit kein falscher Eindruck entsteht, geben die französischen Soldatenfiguren im Anschluss stets den "Treuen Husar" zum Besten.