Kunst auf der Straße: Ein umstricktes Geländer (Foto: iStock/Axel Bueckert)

Guerilla Kinitting ist die wohl softeste Form der Street Art. Die deutschen Anfänge liegen seit 2010 in Frankfurt am Main. In Köln war es hauptsächlich die Gruppe des Bürgerhauses Stollwerck, die für längere Zeit Bäume, Laternen und vieles mehr mit dekorativen Häkel- und Strickprojekten verschönerte.

Im Überblick:

  • Diese Kunstform wird als sehr weibliche Möglichkeit der Streetart bezeichnet.
  • Die Gruppe um Ute Mertens-Steck hat sich sechs Jahre lang jeden Mittwoch getroffen, um die Stadt bunter zu machen.

Was ist das – Guerilla Knitting?

Anders als Guerilla-Gardening, das beispielsweise in der Alteburgerstraße (Südstadt) in Form von Bananenzüchtung zu bewundern ist, ist Guerilla Knitting noch nicht so bekannt.

  • Fürs Guerilla Knitting gibt es verschiedene Namen: Es wird auch Yard Bombing oder Urban Knitting genannt.

In Köln gab es bis 2020 eine Gruppe von Ulrike Mertens-Steck und Susanne Koenen im Bürgerhaus Stollwerck, die die Domstadt mit ihrer Kunst seit 2014 verschönert hat — bis Frau Mertens-Steck in Rente gegangen ist. Dabei geht es nicht um Protest, sondern um eine 2005 in Texas erfundene, bunte und kuschelige Form von Streetart.

Strickkunst am Bürgerhaus Stollwerck in Köln
Strickkunst am Bürgerhaus Stollwerck (Foto: Katrin Matzner))

Stricken statt Sprayen

Zwar riefen die Guerilla Bomber schon Umweltschützer*innen auf den Plan, doch insgesamt stößt die Kunstform auf viel Akzeptanz und wird lieber gesehen, als Graffiti. Die Gruppe um die zwei Frauen wollte mit ihrem Guerilla Knitting keine politische Botschaft senden, sondern die Stadt aufhübschen und Passanten ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

  • Wie das aussieht? Bunt und originell. Die engagierten Frauen zaubern witzige Kleider aus Wolle und umgarnen damit Bäume, Laternen-Pfähle, Poller, Geländer, Fahrräder und vieles mehr.

So gibt es im Belgischen Viertel eine umhäkelte Ampel und einen flauschigen Pollerwärmer in Ehrenfeld. Baum- und Laternenschmuck gibt es im Kwartier Lateng zu bewundern. Das Motto lautet dabei "Stricken statt Sprayen".

Die bunten Hin­gucker aus Wolle sind mittlerweile fest im Stadtbild verankert und sind bei Bedarf leichter zu entfernen als Kunst aus der Spraydose.