Das Armenier-Mahnmal an der Hohenzollernbrücke könnte bald verschwinden (Foto: Imago / Horst Galuschka).

Das Armenier-Mahnmal an der Hohenzollernbrücke soll einem neuen Mahnmal weichen. Noch bevor die neue Skulptur steht, soll die alte abgebaut werden. Die Initiator*innen des Mahnmals fühlen sich übergangen.

Im Überblick:

  • Das Armenier-Mahnmal an der Hohenzollernbrücke soll bald ausgetauscht werden.
  • Die Stadt Köln plant eine Neugestaltung. Dafür veranschlagt sie eine zweijährige Entwicklungsphase und ein Budget von insgesamt einer halben Million Euro.
  • Die Initiative des Mahnmals ist verwundert, dass das bestehende Mahnmal schon jetzt verschwinden soll.

Neues Mahnmal soll altes ersetzen

Seit dem 24. April dieses Jahres steht das Armenier-Mahnmal in unmittelbarer Nähe zum Reiterstandbild und in Sichtachse zum Kölner Dom. Aufgestellt wurde die Skulptur von der Initiative "Völkermord erinnern", um auf den Genozid an den Armenier*innen durch das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg aufmerksam zu machen. Die Stadt wollte das Mahnmal bereits mehrmals abbauen lassen. Jetzt soll ein neues, dauerhaftes Denkmal entwickelt werden. Doch schon mit Startschuss des Entwicklungsprozesses soll das alte verschwinden – voraussichtlich Ende des Jahres, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger."

Initiative kritisiert den Abbau

Die Initiative "Völkermord erinnern" sei über den Abbau verärgert. Sie fordere, das bestehende Mahnmal mit dem Namen "Dieser Schmerz betrifft uns alle" solange an der Hohenzollernbrücke stehenzulassen, bis die neue Skulptur fertig ist – das würde schließlich zwei Jahre dauern.

  • Das Mahnmal soll die Opfer des Genozids an den Armenier*innen ehren.
  • In einem zweijährigen Dialogprozess soll das neue Kunstwerk erarbeitet werden.
  • Laut "Kölner Stadt-Anzeiger" rechnet die Stadt mit Kosten von rund 350.000 Euro nur für das Mahnmal. Dazu kommen extra Kosten für einen Gestaltungswettbewerb und eine Agentur.
  • 15 Künstler*innen sollen ihre Entwürfe einreichen können.
  • Der Stadtrat diskutiert in seiner Sitzung am 7. Dezember über die Finanzierung.

Fazit:

Mit einer offenen und transparenten Kommunikation hätte die Stadt Köln das Unbehagen der Initiative abfedern können. Stattdessen präsentiert sie sich als sprichwörtlicher Buhmann, obwohl sich doch beide Parteien im Kern für das gleiche einsetzen: Ein Mahnmal, das die Erinnerungskultur ehrt.

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