Hier verstehen sich Karnevalisten und Ordnungshüter noch blendend (Foto: Imago / Jochen Tack).

Selbst die kölsche Offenheit hat ihre Grenzen. Bestimmte Kostüme könnten nicht nur für den ein oder anderen schrägen Blick sorgen, sondern auch Bußgelder von bis zu 10.000 Euro nach sich ziehen. Hier die absoluten No-Gos.  


Im Überblick

  • Bei bestimmten Kostümen hört der Spaß auf und die Strafen werden richtig unangenehm.
  • Ist die Verkleidung zu echt, kann es problematisch werden. Vorsicht auch bei zu realistisch wirkenden Waffen-Attrappen.
  • Symbole und Kostüme mit rechtsextremistischem Hintergrund sind ein absolutes Tabu.

Diese Verkleidungen könnten richtig ins Geld gehen

Der Kölner Karneval ist über die Stadtgrenzen hinaus für seinen Frohsinn und seine Kreativität bekannt. Doch auch hier gibt es (rechtliche) Grenzen. Wir möchten an dieser Stelle gar keine Grundsatzdiskussion über Kostüme und kulturelle Aneignung lostreten – vielmehr haben wir uns angeguckt, was das Gesetz hergibt.

Die Lage bei Kostüm-Uniformen 

Eine Verkleidung ist immer dann in Ordnung, wenn klar zu erkennen ist, dass es sich um ein Kostüm handelt. Entwarnung also für alle NYPD- und SWAT-Teams.  

  • Vorsicht ist aber bei Dienstuniformen geboten – vor allem von Polizei und Feuerwehr.  
  • Ist die Uniform zu ähnlich und beispielsweise nicht mehr von der eines echten Polizisten zu unterscheiden, fällt das unter den Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen aus §132a Strafgesetzbuch. Die Konsequenz für eine derartige Straftat kann eine Geld- und Freiheitsstrafe sein.  

Vermummungsverbot – auch im Kölner Karneval

Wer plant, sich für sein Kostüm mit einer Maske zu verkleiden, sollte diese auf dem Weg zur Party abnehmen. Gesichtsbedeckungen im Straßenverkehr sind auch an Karneval nicht erlaubt. Eine Identifizierung sollte immer möglich sein.

 Jecken und Narren im Kostüm von der Serie Haus des Geldes
Die Masken sollten die Jecken auf der Straße lieber abnehmen, um kein Bußgeld zu riskieren (Foto: / Future Image).

Narrenfreiheit mit Grenzen

Insbesondere in Zeiten politischer Spannungen sollte Karneval ein Fest des Miteinanders bleiben. Verkleidungen als Dschihadist oder ähnliches stehen zwar grundsätzlich auf keiner Verbotsliste, können aber andere Feiernde durchaus verängstigen. Kostüme mit nationalsozialistischem Hintergrund, wie etwa solche mit Hakenkreuzen oder einschlägigen Abkürzungen und Ehrenzeichen, sind nicht nur geschmacklos, sondern auch streng verboten.

  • §130 Strafgesetzbuch regelt das klar. In so einem Fall drohen eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.  
  • Auch mit einer Verkleidung als Adolf Hitler macht man sich strafbar. 

So steht’s bei Waffenattrappen   

Bei sogenannten "Anscheinswaffen" hört der Spaß auf. Wichtig ist, dass eine Waffe immer klar als Attrappe erkennbar ist. Darauf sollte man wirklich achten – laut §42a Waffengesetz drohen sonst bis zu 10.000€ Bußgeld.  

  • Für alle Cowboys und Cowgirls: Die Kostümläden verkaufen Waffen mittlerweile mit einem klar signalrot versiegelten Lauf.
Spielzeugpistole Waffenattrappe
Mit dieser Spielzeugpistole ist man definitiv auf der sicheren Seite (Foto: pixaby).

Ein Hauch von Nichts – knappe Kostüme   

Auch Kostüme, die zu viel Haut zeigen, können in der Theorie problematisch werden. Wer den Rahmen der Sittlichkeit überschreitet, riskiert Strafen nach § 183 und § 183a des Strafgesetzbuchs.

  • Verstöße könnten in diesen Fällen mit Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr geahndet werden. 

Fazit: Spaß mit (ein wenig) Verantwortung

Ob diese Strafen tatsächlich immer vollzogen werden, steht wohl auf einem anderen Blatt. Aber: Sicher ist sicher. Und im Zweifelsfall könnt ihr auf der nächsten Karnevalsparty immerhin mit unnützem Wissen glänzen.

Wir wünschen allen jecken Karnevalist*innen eine fröhliche Karnevalszeit. Bleibt respektvoll und habt Spaß!

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