Kinder malen mit Buntstiften in einer Kölner Kita (Foto: Imago / imagebroker).

Aufgrund zahlreicher Faktoren steigen die Belastungen für Kindertagesstätten kontinuierlich. Eine finanzielle Unterstützung bleibt bisher jedoch aus. Wie lange geht das noch gut?

Im Überblick:

  • Wie jeden von uns, so treffen die steigenden Preise in diversen Segmenten auch die Kindertagesstätten.
  • Das größte Einsparpotenzial besteht beim Personal, was jedoch am Ende nur Verlierer zurücklässt.
  • Und wie so oft fragt man sich, ob uns unsere Kinder wirklich so egal sind, wie es die Handhabe der Politik vermuten lässt.

Das sind doch nur Kinder

Die Kinderbetreuung in Deutschland befindet sich seit vielen Jahren in einem bedrohlichen Abwärtsstrudel. Immer wieder fallen in öffentlichen Diskussionen Begriffe wie Betreuungsschlüssel und Mangel an Fachkräften. Sich beeinflussende Parameter, die aufgrund mangelnder finanzieller Mittel zu existenzgefährdenden Szenarien in vielen Kindertagesstätten führen.

Unabhängig von der rein finanziellen Problematik ist jedoch vielen erst auf den zweiten Blick bewusst, dass es am Ende zulasten der Kinder geht, denn qualitative Einbußen sind die logische Konsequenz fehlender Mittel.

Die aktuelle Lage:

  • Besonders Kindertagesstätten in freier Trägerschaft sind immer stärker von möglichen Insolvenzen bedroht.
  • Der Grund dafür sind steigende Kosten für Miete, Energie und Personal.
  • Zum Leidwesen der Kinder ist der Faktor Personal der einzige, auf den die Träger der Betreuungseinrichtungen wirklich Einfluss nehmen können.
  • Die Folge: Wo früher noch über Tarif bezahlt wurde, ist heute reine Bezahlung nach Tarif an der Tagesordnung. Bei freien Trägern fallen sogar Sonderzahlungen zum Inflationsausgleich weg. Ausgebildete Fachkräfte orientieren sich um, zeitgleich werden möglichst viele Stellen gestrichen, um weitere Personalkosten einzusparen.
  • Die Verlierer: Wir alle, aber hauptsächlich die Kinder. Stellenabbau führt zu geringen Betreuungsschlüssel, wodurch die Betreuungsqualität unweigerlich leidet. Zeitgleich kommt es durch die enge Personaldecke immer wieder zu Notbetreuungssituationen, die viele Elternteile treffen.
  • Kindertagesstätten, verbrauchen aktuell ihre Rücklagen, in der Hoffnung irgendwann eine helfende Hand gereicht zu kriegen.

Mehr dazu

Um die Ernsthaftigkeit der Situation zu verdeutlichen, haben sich zahlreiche Tagesstätten und Betreuungsverbände (wie etwa AWO, Caritas und Co.) am 19.10. zu einer gemeinschaftlichen Demonstration versammelt. Immerhin hat es mittlerweile erste Schritte in der Politik gegeben. Doch auch diese sehen eine Unterstützung erst ab dem Kindergartenjahr 2024/25 vor. Und so bleiben Spendenaufrufe aktuell die einzige Überlebenschance der Kindertagesstätten in freier Trägerschaft.