Beamt*innen durchsuchten am Dienstagmorgen verschiedene Gebäude im Erzbistum Köln. Die Durchsuchung steht im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen gegen Kardinal Rainer Maria Woelki wegen des Verdachts auf Meineid.

Im Überblick:

  • Ermittlungen gegen Kardinal Woelki führen zu Durchsuchungen im Erzbistum Köln.
  • Die Aktionen betrafen vier Orte in Köln und zwei weitere in Kassel und Lohfelden.
  • Im Fokus stehen Woelkis Kenntnisse über zwei belastende Dokumente gegen einen von ihm beförderten Priester.

Verdachtsfälle im Heiligen Haus

Die Durchsuchungen begannen um 8 Uhr und betrafen sowohl das Generalvikariat als auch das Offizialat und das Erzbischöfliche Haus. Darüber hinaus wurden auch die Geschäftsräume eines EDV-Dienstleisters, der für die Verwaltung des E-Mail-Verkehrs im Erzbistum zuständig ist, durchsucht. Rund 30 Polizist*innen waren im Einsatz und stießen laut Angaben der Behörde auf weitgehende Kooperation.

Razzia Erzbistum
Zivilbeamte gehen in das Erzbischöfliche Generalvikariat in Köln (Foto: dpa)

Unter dem Kardinal-Teppich

Im Kern der Ermittlungen stehen zwei Dokumente, die einen von Woelki beförderten Priester belasten. Es wird untersucht, ob der Kardinal zum Zeitpunkt der Beförderung im Jahr 2017 Kenntnis von einer Polizeiwarnung und einem Gesprächsprotokoll mit Vorwürfen hatte. Woelki streitet die Darstellungen ab.

Belastendes Material im Fokus

  • Die Ermittlungen sind auf das Jahr 2017 datiert, als Woelki einen Priester trotz Vorwürfen beförderte
  • Zwei spezifische Dokumente stehen im Mittelpunkt: Eine Polizeiwarnung vor einem Einsatz des Priesters in der Jugendarbeit und ein Gesprächsprotokoll mit Vorwürfen eines Mannes
  • Bis jetzt wurde vom Erzbistum keine Bestätigung zu den Durchsuchungen oder zu den Details der Ermittlungen gegeben.
  • Trotz der gravierenden Anschuldigungen betont Woelki seine Unschuld und wehrt sich gegen die Darstellungen der "Bild"-Zeitung.