Auf der pinken Sitzbank an Dirk Bachs Grab hängt nun eine Aufforderung, diese zu entfernen (Foto: IMAGO / Panama Pictures)

Der Melatenfriedhof in Köln ist für viele ein besonderer Ort des Gedenkens. Die Stadt Köln jedoch plant, private Sitzbänke zu entfernen. Für Hinterbliebene, sind diese Bänke viel mehr als nur Sitzgelegenheiten.

Im Überblick:

  • Stadt Köln möchte private Sitzbänke vom Melatenfriedhof entfernen.
  • Betroffene und politische Parteien fordern mehr Sensibilität im Umgang mit dem Thema.
  • Sitzbänke spielen für viele eine zentrale Rolle im Trauerprozess.

Ein Ort des Gedenkens und der Ruhe

Seit 13 Jahren besucht Dorothee Fiedler den Melatenfriedhof und verweilt an der Bank neben dem Grab ihres verstorbenen Sohnes. Die Bank, ein Geschenk von Carls Freunden, ist für sie ein bedeutender Teil ihrer Trauerarbeit. Sie ist nicht allein. Viele Kölner*innen setzen sich auf ähnliche Weise mit ihrer Trauer auseinander. Für sie sind diese Bänke Erinnerungsorte, wo sie in Ruhe verweilen und ihren geliebten Verstorbenen gedenken können.

Stadt Köln: Verkehrssicherheit und Erscheinungsbild

  • Die Hauptgründe für den Wunsch der Stadt, die privaten Sitzbänke zu entfernen, sind Verkehrssicherheit und das Erscheinungsbild des Friedhofs.
  • Laut einer Sprecherin könnten einige Bänke, die in schlechtem Zustand sind, eine Gefahr darstellen.
  • Die Friedhofsverwaltung fordert die Besitzer*innen auf, die Bänke bis zum 8. September zu entfernen.

Politische Unterstützung und der Wunsch nach Sensibilität

Mehrere Kölner Politiker*innen haben sich gegen die Entfernung ausgesprochen und mehr Fingerspitzengefühl gefordert. "Die Stadtverwaltung sollte [...] mit mehr Fingerspitzengefühl agieren", meint Rafael Struwe, Sprecher der SPD-Ratsfraktion gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger. Lorenz Deutsch, Vorsitzender der Kölner FDP, sieht die Bänke als wichtige Orte der Zwiesprache und des Gedenkens.

Fakten rund um die Bänke

  • Ca. 100 private Sitzbänke sind betroffen, darunter auch die pinke Bank an Dirk Bachs Grab.
  • Eine Petition gegen die Entfernung wurde gestartet und von 150 Kölner*innen unterschrieben.
  • Vorschlag von Betroffenen: Individuelle Überprüfung der Bänke auf Sicherheit und Stabilität.

Der Melatenfriedhof in Köln spiegelt das Bedürfnis der Menschen wider, ihren Verstorbenen in Würde und Ruhe zu gedenken. Das Gleichgewicht zwischen städtischen Regelungen und dem individuellen Bedürfnis nach einem persönlichen Trauerort ist entscheidend.