Nach knapp einem Vierteljahrhundert geht deren Betreiber Resa Ghadiri in den Ruhestand. Im Anschluss rücken die Bagger an. 

  • Ende Juni stellte die Kult-Tankstelle an der Rochusstraße in Köln-Ossendorf ihren Betrieb ein. 
  • Die Freie Tankstelle diente ein Vierteljahrhundert zugleich als beliebter Veedelstreff. 
  • Einen neuen Pächter wird es nicht geben, die Tankstelle wird abgerissen. 

 Es menschelte an der Rochusstraße

Mit der Schließung der Tankstelle an der Rochusstraße hat das Kölner Veedel mehr als nur eine schnöde Station zum Nachfüllen von Treibstoff verloren. Nicht zuletzt dank ihres familiären Charakters, für den deren Besitzer Resa Ghadiri (71) knapp ein Vierteljahrhundert stand, war sie zugleich eine beliebte Anlaufstelle für Menschen aus nah und nicht ganz so nah. Dass es an dieser Tanke menschelte, davon zeugte in den vergangenen Tagen auch der Aushang, der die Kund*innen auf das bevorstehende Aus hinwies.   

  • "Jetzt ist es soweit, am 29. Juni 2023 mache ich für immer Feierabend. Ich danke euch allen für all die schönen Jahre. Ich werde euch von Herzen vermissen.” Das Original ist auf Kölsch geschrieben, für die Übersetzung sorgte der Express.  

Ganz im Dienste seiner Kund*innen  

Resa Ghadiri fand in Köln ein neues Zuhause, als die Mullahs in seiner Heimat Iran in den 1970er-Jahren das Rad der Zeit zurückzudrehen begannen. Die Tankstelle in der Ossendorfer Rochusstraße, die bis heute einen Vintage-Schick ausstrahlt, übernahm er 1999.   

  • "Ich wollte nicht irgendwo im Büro sitzen. Ich wollte mein eigener Chef sein, und der Kontakt mit den Kundinnen und Kunden war mir all die Jahre wichtig.” 

So gut wie jeden Tag stand der gebürtige Iraner hinter der Kasse, Urlaub war quasi ein Fremdwort für Resa Ghadiri. Und wenn seine Schrauberkenntnisse gefragt waren, legte sich der gelernte Fahrzeugtechniker auch schon mal unters Auto.   

  • "Viele Kundinnen und Kunden kommen jetzt täglich zu mir und sagen, wie traurig sie es finden, dass es uns hier bald nicht mehr geben wird”, sagte er wenige Tage vor dem Aus gegenüber dem Express. “Da merkt man dann natürlich schon, dass man in den vergangenen fast 25 Jahren doch einiges richtig gemacht hat.” 

Einen neuen Pachtvertrag wird es nicht geben 

Einen Nachfolger für Pächter Resa Ghadiri wird es nicht geben, die Kult-Tanke wird abgerissen. Was dann noch von ihr übrigbleibt, sind all die Anekdoten und Geschichten, die seine langjährige Mitarbeiterin Frau Benz derzeit in Buchform gießt.  

Für ihren Chef hat sie nur lobende Worte übrig.  

  • "Resa ist ein herzensguter Mensch. Er hat allerdings einen Sprachfehler – er kann nicht "nein" sagen.”