Dieser Platz soll künftig "Dirk-Bach-Platz" heißen – zumindest wenn es nach der Bezirksvertretung geht (Foto: Imago / Schöning).

Soll ein Platz nach dem beliebten Schauspieler und Moderator Dirk Bach benannt werden? Darüber streiten Stadtrat und die Bezirksvertretung Köln-Innenstadt. Beide sehen sich im Zuständigkeitsbereich. Jetzt hat das Gericht immerhin eine Richtung vorgegeben.

Im Überblick:

  • Der Rechtsstreit dreht sich um die Benennung eines kleinen und lange Zeit namenlosen Platzes vor dem Kölner Schauspielhaus.
  • Das Kölner Verfassungsgericht sollte entscheiden, ob der Platz nach Dirk Bach benannt werden soll.
  • Die Bezirksregierung war dafür, die Stadt Köln dagegen. Doch die Stadt unterlag jetzt im Streit um die Namensgebung.

Bezirksvertretung zieht gegen Stadtrat vor Gericht

Auch elf Jahre nach seinem Tod macht Dirk Bach noch immer Schlagzeilen. Im Sommer dieses Jahres sorgte erst die rosafarbene Bank an seinem Grab für Aufsehen, weil die Stadt Köln auf einmal alle privaten Bänke auf dem Melaten-Friedhof entfernen lassen wollte. Jetzt geht es um einen kleinen Platz vor dem Kölner Schauspielhaus, direkt neben der Oper – soll das der "Dirk-Bach-Platz" werden oder nicht?

  • Umgangssprachlich wird der Platz auch als "kleiner Offenbachplatz" bezeichnet – nicht zu verwechseln mit dem großen Offenbachplatz vor der Oper.
  • Hinter dem kuriosen Rechtsstreit steht die Frage, wer für die Benennung des Platzes zuständig ist. Klären sollte das jetzt das Kölner Verwaltungsgericht.

Bezirksvertretung zieht gegen Stadtrat vor Gericht

Die Angelegenheit ist aus juristischer Sicht knifflig. Normalerweise darf die Bezirksvertretung über die Benennung von Straßen und Plätzen entscheiden. Doch bei wichtigen Plätzen ist das was anderes – der Fachbegriff hierfür ist "überbezirklich".

  • Die Bezirksregierung möchte die Fläche seit 2022 in den "Dirk-Bach-Platz" umbenennen, doch der Kölner Stadtrat hält dagegen.
  • Im September 2023 entschied der Rat der Stadt, den bis dahin offiziell noch namenlosen Bereich in den Offenbachplatz einzugliedern. Denn als Teil eines Ensembles, so die Begründung der Stadt, solle der Platz keine separate Benennung erhalten.

Gericht ist für Würdigung von Dirk Bach

Das Gericht entschied am Donnerstag zugunsten der Bezirksvertretung, meldet der "WDR". In einem nicht rechtskräftigen Urteil hatte sich das Gericht für die Würdigung Dirk Bachs eingesetzt, der seine Karriere maßgeblich im Kölner Schauspielhaus begonnen hatte.

Noch ist offen, wann und wie der Platz seinen neuen Namen erhält. Die Stadt könne theoretisch noch weiter vor Gericht ziehen.

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