Zwar gingen die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück, dennoch ist die Zahl der Kirchenaustritte historisch hoch. Und eine Besserung scheint auch langfristig nicht in Sicht. Ein Blick auf die Zahlen.

Im Überblick:

  • Noch nie war die Zahl der Kirchenaustritte so hoch, wie im Jahr 2022.
  • Die Kirche blickt auf katastrophale Jahre zurück und muss auch 2023 eingestehen, dass es nicht viel besser wird.
  • Die Gründe sind vielschichtig und tiefgründig, eine kurzfristige Besserung mehr als unwahrscheinlich.

Details:

Die Kirche in Deutschland verzeichnet seit einigen Jahren wachsende Zahlen bei den Kirchenaustritten. 2022 war bisher das absolute Austritts-Rekordjahr und machte den Kirchenverantwortlichen eine Heidenangst, beim Gedanken an weitere Kirchenaustritte im Jahr 2023. Gott sei Dank scheint sich die Zahl der Austritte etwas zu reduzieren. Jedoch nur leicht.

Kirchenaustritte in Zahlen

Warum gerade die katholische Kirche in den vergangenen Jahren viele Austritte verkraften musste, ist wohl den meisten klar. Und dass zumindest in Köln ein gewisser Kardinal seinen Anteil daran hat, ist wohl sicher, wie das Amen in der Kirche. Aber auch die evangelische Kirche traf es hart, weshalb auch tiefgründigere Probleme mit den Austrittszahlen verbunden zu sein scheinen. Die Zahlen für Köln sind alarmierend hoch:

Rekordjahr 2022: Die Jahre im Vergleich

Über 20.000 Menschen kehrten im Jahr 2022 den Kölner Kirchen den Rücken zu. Das sind fast dreimal so viele, wie noch vor 5 Jahren.

  • Betrachtet man die Zahlen aus 2020, fällt man aufgrund der krassen Unterschiede fast vom Glauben ab. Nur 6.960 Menschen traten in diesem Jahr aus der Kirche aus.
  • Bereits 2021 schoss die Zahl der Kirchenaustritte in die Höhe, blieben aber noch unter 20.000.
  • Auch in diesem Jahr scheint eine Trendumkehr bereits nach dem ersten Quartal vom Tisch: Bereits 4.326 Menschen sind dieses Jahr aus der Kirche ausgetreten.

Mehr dazu

Wer nicht bis zur Aufklärung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche warten möchte, kann schon jetzt austreten. Allerdings ist dafür ein Termin notwendig und die sind aktuell schneller vergriffen, als die Oblaten beim Abendmahl. Interessenten sollten sich auf rund lange Wartezeiten einstellen.

  • Obwohl die Zahl der Termine, die online gebucht werden können, in den vergangenen Jahren stetig erhöht wurden, muss man zurzeit rund zwei Monate Wartezeit einplanen.

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