Tausende junge Jecke feiern jährlich auf der Zülpicher Straße Karneval. (Foto: IMAGO / Planschemalöör)

Planschemalöör in der soköln.-Redaktion: Die Band entscheidet, welche Themen ihr lest. Die kölsche Tradition liegt den vier Jungs besonders am Herzen. Wie passen die Feierlichkeiten auf der Zülpicher Straße damit zusammen? Und wie wird versucht, das Zülpicher Viertel zu entlasten?

Im Überblick:

  • Jedes Jahr strömen tausende junge Jecken auf die Zülpicher Straße, um dort den Straßenkarneval zu feiern.
  • Zwei Partyflächen sollen als Ausweichmöglichkeit dienen: Die Uniwiesen und die neue Bühne auf dem Hohenstaufenring.
  • Sicherheitskonzept: Die Bedenken aus der LGBTQIA+-Community bezüglich des Standorts nahe der Schaafenstraße sollen berücksichtigt werden.

Die Herausforderung: Menschenmassen rund um Zülpicher Platz

Im Karneval gibt es eine jahrhundertelange Tradition. An dieser halten viele Menschen fest. Doch was bedeutet das eigentlich? Gehört das gemeinschaftliche Feiern auf der Zülpicher Straße, das tausende junge Menschen anzieht, noch dazu? Die Meinungen könnten nicht unterschiedlicher sein. Daher ein kurzer Blick auf das, was während des Straßenkarnevals im Zülpicher Viertel passiert – und wie dieses entlastet werden soll.

  • Seit Jahren strömen tausende junge Jecke auf die Zülpicher Straße, um dort zu feiern. Die Kneipen sind voll, die Straße meist bereits ab vormittags vollständig gesperrt.
  • Seit dem chaotischen 11.11. vor zwei Jahren, bei dem die Stadt Köln über Stunden von Menschenmassen auf den Straßen und Bahngleisen lahmgelegt wurde, gibt es immer wieder neue Ansätze, um die Menge kontrollierter feiern lassen zu können.
  • Mit dem hohen Andrang rund um die Zülpicher Straße und den zunehmenden Menschenmassen auf den Uniwiesen besteht das Hauptproblem darin, eine sichere und angenehme Atmosphäre für die Feiernden zu schaffen.
  • Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat die Stadt Köln bereits Ende letzten Jahres beschlossen, neue Ausweichflächen zu schaffen.

Der neue Plan ab Weiberfastnacht

Um neben der Uniwiese eine weitere Ausweichfläche zu bieten, initiiert die Karnevalsgesellschaft "Die Grosse von 1823" dieses Jahr erstmals die Planung eines offenen, kostenlosen Festgeländes inklusive einer Bühne am Hohenstaufenring zwischen der Schaafenstraße und der Schaevenstraße. Dieser neue Standort soll Platz für 7500 Menschen bieten – sobald diese Zahl erreicht wird, soll die Fläche abgesperrt werden.

  • Angesichts der Bedenken der LGBTQIA+-Community bezüglich der neuen Partyfläche, sollte bis Mitte Januar ein umfassendes Sicherheitskonzept ausgearbeitet werden – dieses wurde bisher noch nicht veröffentlicht (Stand: 25.01.2024).
  • Fakt ist: Die Uniwiese bleibt weiterhin als Ausweichfläche erhalten, um die Menschenmassen rund um den Zülpicher Platz zu kontrollieren – hier finden bis zu 60.000 Feiernde Platz.
  • Die Stadt Köln betone, dass dies zur Abwehr von Gefahren für Leib und Leben unerlässlich sei – Getränke und Musik sollen bereitgestellt werden, um die Feiernden auf dieser Fläche zu halten. Darüber berichtet "Yes we Köln".
  • Die Situation am Aachener Weiher bleibt erst einmal unklar. Es gebe Forderungen nach einer großflächigen Sperrung dieser Fläche – eine finale Entscheidung steht allerdings noch aus.

Passen die Feierlichkeiten noch zur Karnevalstradition?

Ob die Feierlichkeiten auf der Zülpicher Straße noch zur Tradition des Kölner Karnevals passen, darüber wird heißt diskutiert. Die einen sagen, es sei nur ein Saufgelage, mit Tradition habe es nichts zu tun. Die anderen sagen, dass eben jenes gemeinschaftliche Feiern im öffentlichen Raum den Karneval ausmache. Wir haben einmal auf der Straße nachgefragt, was ihr davon haltet.

Fazit:

Mit der Einführung der zweiten Ausweichfläche für den diesjährigen Straßenkarneval soll die Sicherheit der Feiernden im Vordergrund stehen. Wie dieses Konzept in der Praxis umgesetzt wird und ob es die Menschenmassen tatsächlich besser kontrollieren kann, bleibt abzuwarten. Und wie sieht es mit der Tradition aus? Hier werden sich die Geister wohl auch in den kommenden Jahren noch scheiden.

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